Boateng nach Barcelona, Fabregas nach Como: Die überraschendsten Transfers der Fußball-Geschichte

Nach dem, was Cesc Fabregas als "nicht nur die schlimmste Saison meiner Karriere, sondern das schlimmste Jahr meines Lebens" bezeichnet hat, dachte man, der ehemalige spanische Nationalspieler könnte sich komplett vom Fußball verabschieden. Glücklicherweise hat er sich stattdessen einer neuen Herausforderung gestellt und sich dem italienischen Zweitligisten Como angeschlossen.

Es ist vielleicht nicht der größte Transfer aller Zeiten, aber er ist auf jeden Fall einen Platz in der Liste der überraschendsten Deals aller Zeiten wert, die GOAL hier präsentiert.

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    Bebe: Von Vitoria zu Manchester United

    Bebe war gerade erst ablösefrei zu Vitoria de Guimaraes aus Estrela gewechselt und hatte noch nicht einmal einen Pflichtspieleinsatz für die Portugiesen absolviert, als Manchester United den 20-Jährigen im August 2010 für rund 9,4 Millionen Euro erwarb.

    Es war ein wahrhaft verblüffender Deal, nicht zuletzt, weil Red-Devils-Boss Alex Ferguson den Stürmer noch nie hatte spielen sehen und zugab, dass er die Verpflichtung nur auf Anraten des ehemaligen Assistenztrainers Carlos Queiroz genehmigte.

    Es gab sogar eine portugiesische Polizeiermittlung zu dem Transfer, nachdem sich herausstellte, dass Jorge Mendes, der nur wenige Tage vor dem Wechsel Bebes Agent wurde, 40 Prozent der Ablösesumme in die eigene Tasche steckte, wenngleich gegen niemanden Anklage erhoben wurde.

    Die einzige Gewissheit im Zusammenhang mit dem mysteriösen Wechsel war, dass Bebe bei weitem nicht gut genug für United war. Nach drei Leihgeschäften und nur zwei Einsätzen in der Premier League verließ er Old Trafford 2014 in Richtung Benfica.

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    Kevin-Prince Boateng: Von Sassuolo nach Barcelona

    Nach dem Verkauf von Munir El-Haddadi an Sevilla im Januar 2019 war klar, dass Barcelona einen weiteren Angreifer braucht. Es war auch allgemein bekannt, dass die Katalanen nicht viel Geld hatten.

    Vor diesem Hintergrund war es nicht verwunderlich, dass Barca beschloss, einen Ersatz auf Leihbasis zu holen. Schockierend war jedoch, dass man sich für Kevin-Prince Boateng entschied, der im Sommer für acht Millionen Euro dauerhaft transferiert werden sollte.

    Der 31-jährige, ehemalige Stürmer der AC Mailand hatte bei Sassuolo gespielt, als er völlig unerwartet einen Anruf aus dem Camp Nou erhielt.

    Fairerweise muss man sagen, dass Boateng in der ersten Hälfte der Saison 2018/19 als "falsche Neun" beeindruckt hatte, aber niemand war auch nur im Geringsten überrascht, als er am Ende der Saison nach Italien zurückkehrte und sich der Fiorentina anschloss, nachdem er in nur vier Einsätzen für Barca kein einziges Tor erzielt hatte.

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    Andy Carroll: Von Newcastle nach Liverpool

    "Ich war nicht bereit zu gehen", gab Andy Carroll zu. "Es war ein Schock. Newcastle war mein Verein. Ich war 22. In Liverpool konnte ich nie Fuß fassen."

    Tatsächlich wusste Carroll nicht einmal, wer seine neuen Mannschaftskameraden sein würden, und verriet, dass er den Kader von Liverpool auf dem Hubschrauberflug an die Merseyside googeln musste.

    Verletzungen machten die Hoffnungen des Stürmers auf eine echte Zusammenarbeit mit Luis Suarez und Co. immer wieder zunichte, aber die unvermeidliche Wahrheit ist, dass sich die 41 Millionen Euro für Carroll, der in drei Jahren in Anfield nur sechs Premier-League-Tore erzielte, als riesige Geldverschwendung erwiesen.

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    Sol Campbell: Aus der Vereinslosigkeit zu Notts County

    Sol Campbell hat auf die harte Tour gelernt: Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch. Der Innenverteidiger konnte sein Glück kaum fassen, als ihm 2009 der lukrativste Vertrag seiner Karriere angeboten wurde (48.000 Euro pro Woche), um zum Viertligisten Notts County zu wechseln. 

    Fußballdirektor Sven-Göran Eriksson hatte maßgeblich dazu beigetragen, Campbell davon zu überzeugen, dass die Eigentümer des Vereins über genügend finanzielle Mittel verfügten, um den ältesten Verein im Fußball in die Premier League zu führen. 

    Als Campbell jedoch nach einem Spiel feststellte, dass der Verein nicht einmal das Geld hatte, um sein Gehalt zu zahlen, verließ er den Klub.

    In Wahrheit war der ehemalige englische Nationalspieler jedoch von sich selbst angewidert und erklärte später, er sei "ein Trottel" gewesen, weil er alles geglaubt habe, was ihm von Eriksson, dem Vorstandsvorsitzenden Peter Trembling und Munto Finance, einem Konsortium aus dem Nahen Osten, das Qadbak Investments gehört, erzählt worden war.

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    Claudio Caniggia: Aus der Vereinslosigkeit zu Dundee

    Die schottischen Fußballfans und Journalisten hielten Ivano Bonettis Erzählungen für reinen Unsinn, als er im September 2000 verkündete: "Mein Ziel ist es, Claudio Caniggia in den Dens Park zu holen."

    Doch nur wenige Wochen später erreichte der Dundee-Boss sein Ziel und verpflichtete einen der Stars der Weltmeisterschaft 1990 mit einem kurzfristigen Vertrag. 

    "Ich habe die Absicht, dem Verein gute Dienste zu leisten, und ich hoffe, dass ich das in mich gesetzte Vertrauen zurückzahlen kann", erklärte der Stürmer am Tag seiner Vorstellung, und er hielt sein Wort.

    Caniggia zeigte so gute Leistungen, dass er zum schottischen Erstligisten Glasgow Rangers wechselte, mit dem er fünf Trophäen gewann.

  • Bobby Charlton: Aus der Vereinslosigkeit zu Waterford United

    Nachdem sein erster Job als Manager bei Preston North End unter schwierigen Umständen endete, beschloss die Legende von Manchester United und England, Bobby Charlton, seine Karriere als Spieler wiederaufzunehmen. 

    Das war zwar etwas überraschend, da er zu diesem Zeitpunkt 38 Jahre alt war, aber wirklich schockierend war, dass Charlton sich dafür entschied, dies in der irischen Liga bei Waterford United zu tun.

    Trotz seines Alters beeindruckte der Weltpokalsieger jedes Mal, wenn er das Spielfeld betrat. Leider erwies sich das komplizierte Bezahlungssystem, das Waterford mit Charlton vereinbart hatte und das einen Prozentsatz der Zuschauereinnahmen vorsah, schnell als völlig untragbar, und der Mittelfeldspieler kehrte nach nur vier Spielen für den irischen Verein nach England zurück.

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    Edgar Davids: Aus der Vereinslosigkeit zu Barnet

    Edgar Davids hat in seiner langen und glanzvollen Karriere für einige der größten Vereine des Weltfußballs auf dem Platz gestanden. Im Jahr 2012 kam er als Spielertrainer zu Barnet.

    Der ehemalige niederländische Nationalspieler war seit fast zwei Jahren vereinslos, lebte aber seit seinem Abschied von Crystal Palace im Jahr 2010 in London.

    Seine Zeit bei Barnet war durchaus ereignisreich. Er sah zahlreiche Gelbe und Rote Karten und sorgte für Aufsehen, als sich herausstellte, dass er bei Auswärtsspielen, die eine Übernachtung erforderten, nicht anwesend sein würde.

    In der Saison 2013/14 trug er zudem das Trikot mit der Nummer 1. "Ich werde diesen Trend einleiten", erklärte er stolz.

    Einmal schickte er sogar den Mannschaftsbus von Barnet zurück, um 36 Fans abzuholen, deren eigener Bus eine Panne hatte, damit sie zur nächsten Tankstelle gebracht werden konnten.

    Leider endete eine der seltsamsten und wunderbarsten Begegnungen aller Zeiten im Januar 2014, als der Champions-League-Sieger als Trainer zurücktrat.

  • Ali Dia: Aus der Vereinslosigkeit zu Southampton

    Im November 1996 erhielt Southampton-Chef Graeme Souness einen Anruf von einem Mann, der sich als Ballon d'Or-Gewinner George Weah ausgab und dem Schotten riet, seinen Cousin Ali Dia zu verpflichten. Unglaublicherweise bot Souness dem unbekannten Stürmer einen einmonatigen Vertrag an.

    Dia sollte sein Debüt in einem Spiel der Reservemannschaft gegen Arsenal geben, aber das Spiel wurde wegen eines durchnässten Platzes verschoben. So entschied sich Souness stattdessen, ihn ins kalte Wasser zu werfen, und brachte Dia am 23. November 1996 als Einwechselspieler in einem Premier-League-Spiel gegen Leeds. Das ging nicht gut.

    "Er rannte über das Spielfeld wie Bambi auf Eis", sagte Southampton-Legende Matthew Le Tissier. "Es war sehr peinlich, ihm zuzusehen."

    Dia wurde nach 14 Tagen aus seinem Vertrag entlassen, und später stellte sich heraus, dass der Senegalese in keiner Weise mit Weah zu tun hatte, der von einem von Dias Freunden so "gekonnt" verkörpert worden war.

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    Cesc Fabregas: Aus der Vereinslosigkeit nach Como

    Die Verbindung zum FC Chelsea hat bei Cesc Fabregas' überraschendem Wechsel nach Como offensichtlich eine Rolle gespielt, denn die Blues-Legende Dennis Wise ist der Geschäftsführer des italienischen Vereins.

    Der Spanier, der eine schwierige, von Verletzungen geprägte Zeit in Monaco hinter sich hat, soll auch Anteilseigner des Vereins werden, und es gibt nur wenige schönere Orte auf der Welt, an denen man leben kann. Es ist kein Zufall, dass viele Spieler des AC Mailand und von Inter in Villen rund um den wunderschönen Lago di Como wohnen.

    Dennoch kam dieser Deal für die Fußballwelt völlig überraschend.

    Der ehemalige Mittelfeldspieler des FC Arsenal und des FC Chelsea hätte anderswo sicherlich mehr Geld verdienen können, aber die Aussicht, Como zum ersten Mal seit 2003 die Rückkehr in die Serie A zu sichern, hat ihn offensichtlich wieder beflügelt.

    "Ich wollte mich einfach einem Projekt anschließen, das mich begeistert", erklärte der 35-Jährige. "Das Geld war mir egal. Dennis war der überzeugendste [von den Vereinsvorständen, mit denen ich gesprochen habe]. Ich sehe eine langfristige Zukunft für diesen Verein."

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    Julien Faubert: Von West Ham zu Real Madrid

    Thomas Gravesen war ohne Frage ein seltsamer Spieler, aber die bizarrste Verpflichtung in der Geschichte von Real Madrid war zweifellos die von Julien Faubert.

    Die ganze Fußballwelt war verblüfft, als die Blancos den Flügelspieler und Außenverteidiger kurz vor dem Ende des Januar-Transferfensters 2009 von West Ham ausliehen.

    Der Vertrag enthielt eine Kaufoption, die jedoch nicht wahrgenommen wurde - nicht zuletzt, weil Faubert eine Trainingseinheit verpasste, weil er irrtümlich dachte, er hätte frei, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass er während eines Spiels gegen Villarreal einzunicken schien.

    Der Franzose stritt dies zwar ab - "Ich bin nicht auf der Bank eingeschlafen, ich bevorzuge Betten" -, aber es fasste die eher traumhafte Absurdität seiner kurzen Zeit in der spanischen Hauptstadt angemessen zusammen.

  • Al-Saadi Gaddafi: Aus der Vereinslosigkeit nach Perugia

    Jay Bothroyd sagte einmal über Al-Saadi Gaddafi: "Sein Vater war offensichtlich ein Tyrann, der seine Landsleute aus Angst beherrschte, aber Saadi war nie so. Er war immer freundlich und höflich."

    Doch selbst Bothroyd gab zu, dass der Mann, der seine Flitterwochen bezahlte, "nicht der beste" Fußballer war. Trotzdem war Gaddafi neben Bothroyd einer der Neuzugänge von Perugia für die Saison 2003/04. 

    Natürlich war dies ein rein politischer Schachzug, denn der damalige Kandidat für das Amt des italienischen Ministerpräsidenten (und Besitzer der AC Mailand) Silvio Berlusconi erklärte dem Präsidenten des umbrischen Klubs, dem berüchtigten Luciano Gaucci, dass die Verpflichtung des Sohnes von Oberst Muammar Gaddafi gut für die Beziehungen des Landes zu Libyen wäre.

    Da Al-Saadi zuvor ausschließlich in seinem Heimatland gespielt hatte, nahm er die Dienste der bekannten Sportler Diego Maradona und Ben Johnson in Anspruch, um sich auf die harte Arbeit in der Serie A vorzubereiten. Daher war es ein ziemlicher Schock, als er positiv auf Nandrolon getestet wurde, bevor er überhaupt einen einzigen Ligaspieltag absolviert hatte ...

    Bemerkenswerterweise kehrte er nach seiner Sperre zurück und debütierte noch vor Saisonende ausgerechnet gegen Juventus Turin. Bei Udinese kam er sogar noch einmal 11 Minuten zum Einsatz, bevor er nach einem kurzen, ebenfalls erfolglosen Gastspiel bei Sampdoria seinen Traum vom Fußball aufgab.

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    Roberto Mancini: Aus der Vereinslosigkeit nach Leicester

    Als Sven-Göran Eriksson Lazio Rom verließ, um die englische Nationalmannschaft zu übernehmen, erhielt sein damaliger Assistent Roberto Mancini mehrere Angebote, seine Karriere in der Serie A fortzusetzen.

    Doch der 36-Jährige entschied sich zum Erstaunen aller für Leicester City. In der Filbert Street waren alle begeistert von der Ankunft der talentierten Nummer 10, die 1992 mit Sampdoria den Europapokal der Landesmeister gewonnen hatte.

    "Alle halten große Stücke auf Robbie, weil er in Italien so ein Star ist", verriet Foxes-Manager Peter Taylor. "Muzzy Izzet sagte, er würde aus seiner Villa ausziehen, Robbie dort einziehen lassen und er würde in einem Wohnwagen leben!"

    Leider war eine dauerhafte Unterkunft nicht erforderlich, da Mancini sich in Leicester nie einlebte und nur fünf Spiele bestritt, bevor er nach Italien zurückkehrte, um seine erste Stelle als Trainer bei Fiorentina anzutreten.

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    Javier Mascherano & Carlos Tevez: Von Corinthians zu West Ham

    Im Sommer 2006 waren Carlos Tevez und Javier Mascherano zwei der begehrtesten Spieler im Weltfußball, nachdem sie Corinthians im Jahr zuvor zum Gewinn des Titels in der brasilianischen Serie A verholfen hatten.

    Barcelona, Real Madrid und Juventus Turin wurden mit dem argentinischen Duo in Verbindung gebracht. Deshalb war die Verwunderung groß, als sie sich dem Premier-League-Absteiger West Ham United anschlossen. 

    Die Art des Geschäfts wurde sofort infrage gestellt, und es wurde berichtet, dass Dritte in den Transfer involviert waren, aber beide erhielten schließlich die Freigabe für den Londoner Verein.

    West Ham wurde später zu einer Geldstrafe in Höhe von 6,5 Millionen Euro verurteilt, weil der Doppelvertrag gegen die Regeln der Premier League verstoßen hatte, durfte aber weiterhin sein Star-Duo aufstellen, und am letzten Spieltag der Saison erzielte Tevez das Tor, das den Verein vor dem Abstieg bewahrte.

    Völlig überraschend verließen jedoch sowohl Tevez als auch Mascherano im Sommer den Upton Park, wobei der Stürmer zu Manchester United und der Mittelfeldspieler zu Liverpool wechselte.

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    Ronnie O'Brien: Aus der Vereinslosigkeit zu Juventus

    Nachdem er 1999 im Alter von 20 Jahren von Middlesbrough entlassen wurde, befürchtete Ronnie O'Brien, dass er wieder in einem Supermarkt arbeiten würde. Stattdessen wurde der Ire von Juventus Turin ablösefrei geholt - eine der unglaublichsten Wendungen, die der Fußball je erlebt hat.

    O'Brien schaffte es nicht, in die Fußstapfen seines Landsmannes Liam Brady zu treten und zur Legende der Bianconeri zu werden, obwohl er von schelmischen irischen Fußballfans zum "Mann des Jahrhunderts" des Time Magazine gewählt wurde, bis die berühmte Publikation seinen Namen aus der Online-Umfrage entfernte.

    Auch wenn es mit Juve nicht geklappt hat, hat O'Brien in den USA eine steile Karriere hingelegt und wurde zwischen 2004 und 2007 vier Jahre in Folge in das MLS-All-Star-Team gewählt.

  • Allan Simonsen: Von Barcelona zu Charlton

    Diego Maradonas Rekordwechsel von den Boca Juniors nach Barcelona im Jahr 1982 sorgte in Katalonien für große Aufregung. Doch Allan Simonsen war von der Ankunft des Argentiniers alles andere als begeistert. 

    Damals durften in der Primera Division nur zwei ausländische Spieler eingesetzt werden, und da Bernd Schuster der Star-Mittelfeldspieler der Blaugrana war, war Simonsen klar, dass seine Spielzeit durch die Verpflichtung des teuersten Spielers aller Zeiten stark eingeschränkt werden würde. 

    Real Madrid und Tottenham Hotspur führten die Jagd nach dem dänischen Nationalspieler an, der nur fünf Jahre zuvor Kevin Keegan und Johan Cruyff beim Ballon d'Or geschlagen hatte, doch der englische Zweitligist Charlton sorgte mit einem Angebot von 324.000 Pfund (395.000 Euro) für Aufsehen in der Fußballwelt.

    Barca nahm das Angebot an (verlangte allerdings die Hälfte der Ablösesumme im Voraus, da sie zurecht misstrauisch waren, woher das Geld stammte), aber es war ein Schock, als Simonsen dem Wechsel ebenfalls zustimmte.

    Dem Stürmer gefiel jedoch offenbar die Idee, in einem Umfeld mit weniger Druck zu spielen, und er erzielte in 16 Spielen für Charlton neun Treffer, bevor der Verein fast zwangsläufig in finanzielle Schwierigkeiten geriet und nicht in der Lage war, das Gehalt des Rekordstürmers zu zahlen, sodass er nach Dänemark zurückkehren und sich Vejle BK anschließen sollte.

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    Socrates: Aus der Vereinslosigkeit zu Garforth Town

    Im Rahmen der wohl sensationellsten Rückkehr der Fußballgeschichte gab die brasilianische Legende Socrates bekannt, dass er 2004 im Alter von 50 Jahren aus dem Ruhestand zurückkehren und bei Garforth Town unterschreiben würde. 

    Simon Clifford, der Besitzer und Manager des Amateurklubs, hatte durch seine Socatots-Trainerschulen Verbindungen zu Brasilien, aber es war trotzdem eine wirklich unglaubliche Geschichte. 

    "Ich habe ein paar Fühler ausgestreckt und Socrates sagte, er sei interessiert", erklärte Clifford. "Er ist ein ziemlich prinzipientreuer Typ und nicht am Geld interessiert - was auch gut so ist, denn wir bezahlen ihn nicht."

    Socrates, der Kapitän der wunderbaren brasilianischen Mannschaft, die bei der Weltmeisterschaft 1982 für Furore gesorgt hatte, wurde schließlich nur einmal für zwölf Minuten für Garforth eingewechselt und gab zu, dass sein Kettenrauchen in Verbindung mit dem bitterkalten Wetter in Yorkshire alle Hoffnungen zunichte machte, in England wirklich etwas bewirken zu können.

  • Victor Valdes: Von Manchester United zu Standard Lüttich

    Für Victor Valdes lief nicht viel gut, nachdem er sich entschlossen hatte, den FC Barcelona zu verlassen. Der dreimalige Champions-League-Sieger erlitt am Ende seiner letzten Saison im Camp Nou (2013/14) einen Bänderriss, woraufhin Monaco von einem Vertrag mit dem Torhüter zurücktrat.

    Manchester United kam schließlich zu seiner Rettung, aber Valdes zerstritt sich schnell mit dem damaligen Trainer Louis van Gaal und auf der verzweifelten Suche nach Spielzeit wechselte er im Januar 2016 auf Leihbasis zu Standard Lüttich. 

    Es war ein ziemlicher Sündenfall für einen Mann, der nur zwei Jahre zuvor vor 90.000 Zuschauern im Camp Nou gespielt hatte. Obwohl er den belgischen Pokal in die Hände bekam, folgte eine weitere Schmach, als Valdes' Zeit bei Standard Lüttich beendet wurde, nachdem der Verein beschlossen hatte, ihn zu entlassen, um mehr Platz für jüngere Spieler zu schaffen.

    Schließlich landete er bei Middlesbrough, wo er im Sommer 2016 einen Zweijahresvertrag unterschrieb. Doch nur zwölf Monate später beendete er seine einst glanzvolle Karriere.

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    Jonathan Woodgate: Von Newcastle United zu Real Madrid

    Warum Real Madrid die Verpflichtung von Jonathan Woodgate für eine gute Idee hielt, ist nicht ganz klar. Zwar war der Engländer zu seiner Zeit ein guter Verteidiger, aber diese Tage waren selten, weil er selten ganz fit war.

    Als Real ihn 2004 verpflichtete, war er sogar verletzt. Vor diesem Hintergrund hätte man annehmen können, dass die Spanier Woodgate zumindest einer gründlichen medizinischen Untersuchung unterzogen hätten. Doch die Ärzte des Vereins entdeckten ein Oberschenkelproblem nicht, das den Innenverteidiger ein Jahr lang außer Gefecht setzte.

    Als er schließlich wieder zur Verfügung stand, erlebte Woodgate das wohl schlechteste Debüt der Geschichte. "Ich dachte: 'Gut, du bist wieder da. Zeig ihnen, was du kannst", erinnerte er sich später an seinen Auftritt in einem Ligaspiel gegen Athletic Bilbao.

    Doch er schoss ein Eigentor und wurde des Feldes verwiesen. Im Bernabeu wurde er mit stehenden Ovationen bedacht, aber niemand beschwerte sich, als Woodgate 2006 nach nur acht weiteren Liga-Einsätzen nach England zurückgeschickt wurde.