Xabi Alonso: Unfall in der Dusche verhindert fast Teilnahme am WM-Halbfinale und Finale

Für viele Fußballer ist alleine die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ein großer Traum. Dann auch noch im Halbfinale oder im Finale zu stehen - das will dann selbstverständlich keiner verpassen. Im Fall von Xabi Alonso wäre dies 2010 beinahe geschehen. Der damals 28 Jahre alte Mittelfeldspieler von Real Madrid gewann bei der Endrunde in Südafrika mit der spanischen Nationalmannschaft nach zwei Siegen und einer Niederlage die Gruppe H. Nach 1:0-Siegen im Achtelfinale gegen Nachbar Portugal und im Viertelfinale gegen Paraguay stand Spanien im Halbfinale. In diesem kam es zum brisanten Duell mit Deutschland.

Xabi Alonso machte bis dahin alle Spiele, nach einem unglücklichen Vorfall drohte ihm dann aber das Aus für das Spiel gegen die DFB-Elf.

Was war geschehen? Alonso wollte eigentlich wie immer in seiner Karriere vor der Abfahrt des Busses ins Stadion kalt im Teamhotel duschen. Bei diesem Vorhaben passierte dann das Malheur: Nach der Abkühlung zersprang die Glastür der Dusche und deine herumfliegende Scherbe sorgte für eine tiefe Schnittwunde an Alonsos Knie.

"Blut ist immer schockierend, aber was mich in diesem Fall geschockt hat, war, mein Knie mit einem Schnitt von einer Seite zur anderen zu sehen, mit dem Fett an der Haut, Muskelgewebe war zu sehen", erzählte Alonso erst kürzlich der spanischen Zeitung AS. "Der einzige Schmerz, den ich wahrnahm, kam von innen. Die Panikattacke und die Qual, die ich fühlte, haben mich sicherlich davon abgehalten, in Tränen auszubrechen", fuhr der Mittelfeldstratege, der sofort Angst hatte das Halbfinale zu verpassen, fort.

Alonsos Wunde wird erst im Stadion genäht

Der von Alonso sofort per Telefon in sein Zimmer gerufene Teamarzt Dr. Juan Cota fand den damaligen Real-Star kreidebleich und zitternd vor. Die erste Diagnose der Arztes: Sofort kann die Wunde nicht genäht werden. Stattdessen versteckte er sie unter einem dicken Verband und machte sich gemeinsam mit Alonso auf den Weg zum Mannschaftsbus. Das Kuriose bei dieser Aktion war, dass Teamchef Vicente del Bosque über den Unfall nicht eingeweiht wurde.

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Erst im Stadion wurde Alonso dann nach einer örtlichen Betäubung genäht. Dr. Juan Cota lieferte eine vorzügliche Arbeit ab, da Alonso auflaufen konnte und mit der Furia Roja durch einen 1:0-Sieg gegen Deutschland ins Finale einzog.

Alonso: "Für mich ist Cota Gott"

Alonsos Verletzung hatte sich vier Tage nach dem Unfall nicht verschlimmert, weshalb er auch im Finale gegen die Niederlande auflaufen konnte. Spanien wurde durch ein 1:0 nach Verlängerung Weltmeister.

Für die Erfahrung, das Halbfinale und das Finale spielen zu können, ist Alonso dem damaligen Teamarzt immer noch dankbar: "Cota war unglaublich. Für mich ist er Gott."